06Sep/20

schau auf´s land

COVID-19 bedingt eine Reise anders wie geplant – Entschleunigung im Burgenland.

Lange hatten wir überlegt wie und wo wir unseren Sommerurlaub heuer verbringen werden. Geplant waren die letzten zwei Ferienwoche irgendwo, evtl. mal wieder in den Norden zu reisen. Und dann kam COVID-19 und alles würde anders. Was zuvor problemlos möglich war ist nun plötzlich mit Bedenken und völlig neuen Überlegungen verbunden. Die Fallzahlen steigen und haben kürzlich erst den höchsten Wert seit 03.April wieder erreicht.

Ist es verantwortungsvoll in derzeitiger Situation zu verreisen? Kommen neue Reisewarnungen? Ist eine Rückkehr dann so einfach möglich?

Also ein Urlaub in Österreich. “schau auf´s Land” wie die Regierung empfiehlt.

Und dann – kurz bevor es Ende August losgegangen ist eine Schlechtwetterperiode. Prima – genau die Woche erwischt in welcher Starkregen angesagt wurde. Unser ursprünglich überlegtes Ziel Ober- und Niederösterreich zu erkunden und die neue Plattform schauaufsland.at zu nutzen können wir vergessen. Der Südosten ist der einzige Winkel in welchem halbwegs gutes und stabiles Wetter vorgesagt wurde. Also Burgenland.

Auf der Hinfahrt entschied mein Copilot das ein Abstecher, naja eher ein unangemeldeter Überfall, “zuhause” in Kärnten gut wäre. Ja – es war tatsächlich ein Überfall …

Tags darauf hin es von der Nähe Klagenfurt auf der Bundesstrasse Richtung Wien durch beeindruckende Landschaften quer durch die Steiermark, an Bruck an der Mur vorbei bis zur Südautobahn und dann Richtung Eisenstadt. Unser Ziel war der Gemeindecampingplatz in Donnerskirchen, westlich des Neusiedlersee in Mitten der Weinberge. Ideal für unsere geplanten Radtouren. Zudem ein Freibad unmittelbar daneben. 

Ein Ausflug in die Hauptstadt von Burgenland musste natürlich auch sein – der einzige wirklich leicht verregnete Tag der Woche hat sich ideal dafür angeboten. Das Esterhazy-Schloss, die Fussgängerzone und ein wenig durch die Stadt herumspazieren. Und natürlich ein Kaffe mit Kuchen 🙂

Tags darauf ein Ausflug nach Podersdorf – leider, abgesehen vom Strandbad und dem Campingplatz kein direkt Zugang zum See möglich. Also die Mole entlang und ein wenig Seeluft schnuppern. In der “Strandbar” dann noch einen Kaffee schlürfen. Im Dorf gab´s noch eine Pizza zu Mittag. Auf der Rückfahrt schauten wir dann noch das Schloß Halbturn an. Ein beeindruckender Privatbesitz.

Die Freistadt Rust und der Ort der Seefestspiele Mörbisch durften natürlich auch nicht fehlen. Rust ist eine nette kleine Stadt mit etlichen anmachigen Cafe´s. Sehr gemütlich. Ach ja – und Schlagen mitten im Ort – beinahe wäre ich auf eine Ringelnatter gestiegen. Unklar bleibt wer sich mehr erschrocken hat 🙂 Aber auch in Rust wissen Sie was sie von den Touristen verlangen können. 3,30 EUR für eine Verlängerten und 3,80 EUR für einen Kuchen das ist dann schon eher unverschämt. Mörbisch war weniger unser Ding. Zu sehr vermarktet und wiederum nur eingeschränkter Zugang zu See.

Sehr zu empfehlen sind Radtouren. Super ausgebaute Fahrradwege, bestens beschildert. Alte Weinkeller, teilweise in Heurigen umgebaut laden zum Rasten ein. Haben wir natürlich auch ausprobiert. Weinhaus Schüller – sehr freundlich und ausgezeichnete Angebote. Der Hausherr hat sich dann noch kurz zu uns gesetzt und wir haben festgestellt, dass wir gemeinsame Bekannte in Feldkirch haben. Die Welt ist eben doch ein Dorf.

Auf unserem letzter Ausflug wollten wir uns eigentlich Mattersburg ansehen – wir wollen ja wissen wo hunderte Millionen verschwinden können. Aber die Stadt hat uns allein schon beim Durchfahren so garnicht gefallen dass wir einfach weitergekurvt sind. Schlussendlich sind wir auf der Burg Forchtenstein gelandet. Eine imposant positionierte Burg der Esterhazy. Wir hatten Pech denn wenige Minuten zuvor hat die Burgführung bekommen und die nächste war erst in 2,5 Stunden. Immerhin konnten wir den Innenhof und die Aussichtsplattform besichtigen.

Über einen kurzen Abstecher durch Niederösterreich kurvten wir wieder zurück Richtung Donnerskirchen.

Am Samstag war Rückreisetag. In 6,5 Stunden Fahrzeit waren wir wieder in Feldkirch zurück.

01Sep/19

Pyrenäen – eine Grenzwanderung zwischen Frankreich und Spanien

Sa. 24. Aug. 2019

Feldkirch – Sargans – Zürich – Lausanne – Genf – Lyon – Ussel

Am Vorabend bereits fertig gepackt starten wir zeitig und rollen über den Grenzübergang Nofels nach Liechtenstein in Richtung Sargans los. 

Zollamt in Nofels an der Grenze Österreich nach Liechtenstein 

An Zürich staufrei vorbei in Richtung Bern – Lausanne – Genf über die Grenze nach Frankreich. Und ab da beginnt die Maut-Zahlerei. Nie wieder über Vignetten-Kosten in Österreich oder Schweiz jammern – alleine die Fahr bis an die Atlantikküste wird uns gut 80€ kosten – eine Fahrt.

An Lyon vorbei umfahren wir Clermont-Ferrand an der A89 und beschließen in Ussel eine Zwischenstopp zu machen – die restlichen gut 3,5h bis zur Atlantik-Küsten werden wir morgen fahren. Bei einem Tankstop einen schnellen Check in der Park4Night-App und wir finden einen passenden Gemeindecampingplatz.

Der Camping Municipal Ponty (14,40 €) erweist sich als Glücksgriff. Einfach aber sauber und mehr als passend für uns. Auch die Kids finden ihn super.

So. 25. Aug. 2019

Ussel – Arcachon – Dune du Pyla – Biscarrosse-Plage

Weiterfahrt an die Küste wie gestern bereits geplant. Je näher wir kommen desto mehr Verkehr auf der Straße – es ist halt Sonntag 🙂

Wir sehen schon von der Ferne die beeindruckende Dune du Pyla – mit den Unmengen Leuten die drauf rumsteigen und Fotoposen. Parkplatz? Nichts frei. Campingplätze? Da stehen die Camper schon Schlange davor. Wir machen also Foto-By-Drive und fahren der Küste entlang nach Süden auf der Suche nach einem Campingplatz.

Dune du Pyla

In Biscarosse-Plage finden wir den Camping Campéole Plage-Sud (46,30 €) – ein für unseren Geschmack wie zu großen und viel zu straff organisierten Platz (mit Sicherheitswachdienst, Armbänder-Kontrolle, usw) – aber für eine Nacht passt das.

Mo. 26. Aug. 2019

Biscarrosse-Plage – Biarritz – Bidart – Guéthary – Saint-Jean-de-Luz

Wir fahren weiter der Atlantik-Küste entlang in Richtung Spanien und nehmen Landstraßen quer durch beeindruckende Wälder bis zur Autobahn.

In Biarritz fahren wir ab und landen mitten im Polizeiaufgebot – bereits auf der Autobahn hat sich das schon abgezeichnet. Die Nachwehen des G7-Gipfel in Biarritz treffen uns, schränken uns aber kaum ein.

In Saint-Jean-de-Luz schauen wir zum Surfstrand und essen in der Bibam-Bar zu Mittag.

Nachdem die Campingplätze und die Umgebung uns aber nicht angesprochen haben und es noch früh genug war sind wir in die nächste Bucht weitergefahren und im Camping Bord de Mer gelandet. Zu früh weil ein Check-In erst ab 15 Uhr möglich war – so warten wir die 1,5 h vor Ort ab. Weitere Camper stellen sich ein und – in britischer Korrektheit – wird von denen die Reihenfolge der Anmeldung klar definiert (“you are first”) und eisern verteidigt gegenüber jedem Neuankömmling 😉  

Abends gehen wir noch auf einen Cocktail (für die Großen) und Eis (für die Kleinen) an der Strandbar – der Kiesstrand ist nicht sehr einladend zum Baden und die Wellen sind auch ordentlich. 

Di. 27. Aug. 2019

Saint-Jean-de-Luz (F) – Zarautz (E) – Donostia-San Sebastián

Wir überqueren heute die Grenze nach Spanien und sofort stellt sich ein neues Urlaubsgefühl ein – alle sind aufgeregt und fangen an mit spanischem Akzent zu sprechen.

In Zarautz sehen wir den Wellenreitern zu – müssen aber leider feststellten, das die interessanten Campingplätze alle samt von eben diesen bereits belagert sind. Also kurz überlegen und entscheiden wie wir weiterfahren. Zum Glück gibt es ja praktische App´s die einem dabei helfen 🙂

Kurz darauf checken wir auf dem Camping Igueldo San Sebastian ein.

Der Campingplatz wirbt mit der Nähe zu San Sebastián und einem eigegen stündlichen Busshuttel. Für City-Jäger sicher verlockend – wir nutzen das Angebot nicht und machen gönnen uns ein verspätetes Mittagessen im Camping-Restaurant. Insgesamt eher einer Enttäuschung, besonders unter Pizza verstehen wir was ziemlich anderes und das Personal ist ziemlich unfreundlich – von der Dame beim Check-In abgesehen.

Ansonsten ist der Platz ganz ok – die Stellplätze sind relativ klein gehalten. Störend war nur, dass etliche Gäste spät abends erst angekommen sind und entsprechend laut es zuging.

Mi. 28. Aug. 2019

Donostia-San Sebastián – Irun – Urdax – Saint Étienne-de-Baïgorry

Die Cuevas grottes Lezeak liegt auf dem Weg – wir bleiben stehen und erkunden uns. Nur geführte Wanderungen, alles in Spanisch (es gibt nur 4 DIN-A4 Zettel in Englisch als Übersetzung – aber in die Höhle kann diese nicht mitgenommen werden, max. 25 Personen je Führung jede halbe Stunde – die nächsten sind alle bereits ausgebucht (Danke liebe Busreisende) und Fotografieren ist in der Höhle verboten. Als wir dann auch noch lesen, dass die wirklich interessanten Höhlen nicht zugänglich sind und der Preis in Summe betrachtet viel zu teuer ist ziehen wir weiter. Schade – hatten wir uns schöner vorgestellt.

Auf der Weiterfahrt können wir die beeindruckende Landschaft in vollen Zügen genießen – bleiben mehrmals stehen um Foto zu machen.

Für heute checken wir auf dem Camping L´Irouleguy (17,00 €) ein.

Do. 29. Aug. 2019

Saint Étienne-de-Baïgorry – Saint-Jean-Pied-de-Port –  Jaca (E)

Die Stadt Saint-Jean-Pied-de-Port am Jacobsweg besucht, den Pilgergeruch geschnuppert und die Citadelle umwandert. Ja ehrlich gesagt macht es hier schon sehr an sich ebenfalls auf den Pilgerweg zu machen. Beim Rückweg noch in einer Konditorei Kuchen und Kaffee genossen.

Auf dem weiteren Weg queren wir öfter die Pilgerwege – schnell relativiert sich das eben noch idyllische Bild des Pilgern wenn man den teilweise direkt neben der Straße verlaufende Jacobsweg sieht – aber es gibt ja viele Wege und Möglichkeiten ….

Nach längerer Fahrt und wieder in Spanien besuchen wir den Ort Santa Cruz de la Serós und in der Nähe der Kirche in einem netten Cafe eine kurze Pause gemacht. Beschlossen morgen früh hier nochmals herzukommen und das ca. 8 km weiter im Tal liegende Kloster zu besuchen.

Und auch auf der heutigen Strecke sehen wir an mehreren Stellen Gänsegeier fliegen. Wir können nicht anders und bleiben mehrfach stehen um sie zu bewundern, fotografieren und filmen. Sehr beeindruckende Vögel.

Und auch unsere Jung-Photographen bemühen sich alles genau festzuhalten.

Hotel Santa Cruz – sehr nette Bedienung und einen guten Kaffee.

Auf dem Camping Ain (31,20 €) etwas außerhalb von Jaca checken wir ein. Ein netter und aktuell nur schwach belegter Platz mit leichter Neigung welche wir mit den Sandblechen ausgleichen können. Die Kids finden zu zwei spanischen Jungs Kontakt und spielen bis in die Dunkelheit Fußball während die Mütter und Tanten der spanischen Jungs in dem Mobilhome eine Flasche nach der anderen ausgelassen feiern – bis die Männer heimkommen. Dann ist es plötzlich ruhig.

Camping Ain in Jaca (E)

Fr. 30. Aug. 2019

Jaca (E) – Frontera del Portalet – Laruns (F) – Arrns-Marsous – Arrens (F)

Wir besuchen heute das Kloster San Juan de la Peña (23 €). Wir hatten uns viel mehr davon erwartet – die Informationen waren ausschließlich in Spanisch, das Personal unfreundlich und der Gesamteindruck einer ungepflegt. Einzig das Bauwerk ist beeindruckend auch wenn ich in einigen Punkten das Raumkonzept und vor allem das Besucherleitsystem anders gestaltet hätte. Nach einem kurzen Aufenthalt im Cafe (der Eingang dazu muss zuerst gefunden werden) noch kurz in das Tourismusinfo-Büro (eine Empfehung – sehr informativ und wesentlich freundlicher als das Personal im Kloster) mit anschl. kurzen Spaziergang zur Aussichtsplattform